Autsch: Prozess gewonnen, Gegner pleite
7. Dezember 2006 von pc
Wie Heise schreibt, hat die Verwertungsgesellschaft Wort eine Scanner-Vertriebsfirma verklagt, die Urheberrechtsabgabe auf von ihr vertriebene Geräte zu entrichten. Nachdem sich das ganze 6 Jahre hingezogen hat, hat die VG Wort nun gewonnen. Der Scannervertrieb wurde verurteilt, 900.000 Euro zu zahlen. Einen Tag nach Zugang des Urteils wurde nun das Insolvenzverfahren über die Firma eröffnet, d.h. die VG Wort erhält ziemlich sicher keine 900.000 Euro und bleibt zudem noch auf den Verfahrenskosten sitzen.
Die Abgabe beträgt zwar “nur” 10 Euro pro Scanner, aber irgendwie ist das absurd. Ich scanne normalerweise Finanzamtsbelege und ähnliches, es wird ja kaum jemand ein Buch scannen. Auch DVD-Brenner sind mit einer solchen Abgabe belegt. DVDs kopieren darf man aber trotzdem nicht.
Irgendwie will bei mir kein Mitleid mit der VG Wort aufkommen. Die Anwalts- und Gerichtskosten dürften bei dem Streitwert um die 30.000 Euro liegen. Tja, Pech gehabt. Aber im Weihnachtsgeschäft werden bestimmt wieder mehr als 300 Scanner über den Ladentisch gehen, dann kommt das Geld wieder doppelt und dreifach rein.